Zu Deutsch auf jeden Fall schon mal die Gebrauchstauglichkeit oder etwas weniger sperrig die Benutzbarkeit. Dieser Begriff ist kein spezieller Ausdruck aus der Webentwicklung, sondern wird mit einem viel breiteren Wirkungsgrad in Form einer DIN auf Produkte, Dienste oder Systeme angewendet. Unter anderem aber eben auch auf Software und Webseiten.

Es geht in der Webentwicklung und speziell im Screendesign darum, die Inhalte einer Onlinepräsenz so aufzubereiten, dass eine möglichst große Usergruppe diese effektiv, effizient und zufriedenstellend konsumieren kann.

ISO 9241-11 Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit
Die Gebrauchstauglichkeit einer Software ist von ihrem Nutzungskontext (beinhalten den Benutzer, die Arbeitsaufgabe, die Arbeitsmittel wie z. B. Hardware oder Software sowie die physische und soziale Umgebung) abhängig, in dem sie eingesetzt wird. Im Teil 11 der ISO 9241 werden drei Leitkriterien für die Gebrauchstauglichkeit einer Software bestimmt:
• Effektivität zur Lösung einer Aufgabe,
• Effizienz der Handhabung des Systems,
• Zufriedenstellung der Nutzer einer Software.

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In der Praxis bedeutet das gute Lesbarkeit, nachvollziehbare Klickwege – also klar verständliche Bedienbarkeit oder beispielsweise Fehlermeldungen und Hilfestellungen zur Korrektur. Alles, was den User – bestenfalls unmerklich – dabei unterstützt, gewünschte Inhalte zu erreichen, Aktionen störungsfrei durchzuführen (wie das Ausfüllen und Absenden eines Formulars beispielsweise).

Der Bereich wird meist in einem Atemzug mit der UserExperience genannt und oftmals sogar fälschlich gleichgesetzt. Doch, da wo UX-Design dem Nutzer einen oftmals sogar emotionalen Mehrwert bringt, ihn unterhält, mit ihm interagiert; ist die Usability viel grundlegender und ebnet erst die Bühne für solche Maßnahmen. Nur da wo eine Seite für den Nutzer leicht bedienbar und die Inhalte verständlich und klar sind, kann Nutzererfahrung optimiert werden.

Um ein Beispiel aus dem Haushalt heranzuziehen: Dass der Herd seine Knöpfe nicht auf der Rückseite hat, ist den Anforderungen an die Usability geschuldet. Dass mein Kühlschrank mir die Temperatur auf einem Display präsentiert oder einen besonders gummierten ergonomischen Griff hat, ist die UserExperience.

Entwickelt der Screendesigner nun eine neue Webpräsenz oder auch App, sollte das Konzept einen Usability-Test durchlaufen – ob als Paperprototyp* oder als bereits programmierter Klickdummy**.

Was für einen erfahrenen Nutzer von Onlineangeboten intuitiv und beinahe natürlich erscheint, ist für weniger erfahrene oder nicht affine Personen kaum nachvollziehbar oder sie gehen einen komplett anderen Weg, welcher im Konzept nicht berücksichtigt wurde.

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Um vergleichbare und nützliche Ergebnisse aus solch einem Test zu ziehen, sollten alle Testpersonen dieselben Aufgaben im System, der App oder Webseite erledigen müssen und es wird notiert oder aufgenommen, wie der Probant vorgeht. Ein anschließendes kurzes Interview hilft oftmals die Problematik zu verstehen und bietet Raum Lösungswege anzudenken.

Ohne eine benutzerfreundliche Oberfläche ist eine Webseite oder App heute schnell vom Markt, die Konkurrenz ist fast in jedem Fall groß und so sucht sich der User den einfachsten Weg zu seinen Informationen. 

*Paperprototyp | Anstatt eines digitalen, programmierten Prototyps wird auf Blättern die Bedienoberfläche (das Userinterface) der Anwendung aufgezeichnet und durch Probanten „genutzt“.

**Klickdummy | Die Anwendung wird in ihrem Erscheinungsbild ohne Funktionalität bereits gecodet. So kann bereits das Layout abgenommen und die Bedienfreundlichkeit getestet werden.               

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