Zu einem Buzzword verkommen, wird es von den ach so  hippen Agenturen und StartUps ständig rausgehauen – hohl und marketinggetrieben. Dabei verkommt der gute Gedanke dahinter und die eigentlich Bedeutung zu einem Nichts – es wird instrumentalisiert, um Überstunden, Erreichbarkeit in der Freizeit und Wochenendarbeit zu gerechtfertigen.

Wir sollten die wahre Bewandnis nicht vergessen und immer darauf bedacht sein, dass bei allem beruflichen Eifer und Einsatz, wir nur dieses eine Leben mit diesem einen Kontigent an Zeit haben. Für wen sitze ich also Nacht um Nacht an den noch zu schreibenden Angeboten, den Projektplänen oder Konzepten – für mich? Mitnichten. Ich tue dies doch für einen Arbeitgeber, der ein absolut schlechtes Zeitmanagement zu haben scheint oder zu geizig ist, genug Mitarbeiter einzustellen, vlt auch einfach die Aufgabenverteilung völlig verpfuscht hat.

Es geht bei der Balance zwischen Arbeit und Beruf nicht zwangsläufig nur um flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Es geht auch um die Wochenarbeitszeit und das Vermeiden von Überstunden. Es geht darum mit der Aufnahme eines Jobs – überspitzt gesprochen – nicht meine Partnerschaft aus Zeitmangel und Stresslevel in Gefahr bringen zu müssen.
Zur Stressminimierung gehört auch meine Mitarbeiter mit dem notwendigen Wissen auszustatten, realistische Arbeitspakete zu schnüren und klar definierte Aufgabengebiete abzustecken. Wer in einem vertrauten, vertrauenden und transparenten Arbeitsumfeld agiert, nimmt weitaus weniger Stress und Sorgen mit in das private Leben.

Darüber hinaus helfen die Arbeit aus dem Homeoffice und die eigene Einteilung meiner Arbeitszeit über den Tag mich optimal zu organisieren und den eigenen zeitlichen Rhythmus leben zu können nur dann, wenn die gebotene Infrastruktur dies auch möglich macht. Keinen erreichen zu können und Informationsstau im Projekt machen die Arbeit unbefriedigend und schüren schlechte Stimmung im Kollegium.

Und auch wenn die zig Kickertische, stylischen Erfrischungstheken und Kaffeeautomaten mit 5.000 Variationen Latte eine tolle Sache sind und sicher der Kommunikation und der Teambildung effektiv unter die Arme greifen, so sind es nicht die Stellschrauben, die helfen meine privaten Verabredungen einzuhalten oder genug Zeit außerhalb der Arbeit zum sozialen Austausch, Hobbies, schlichtweg der Selbstentfaltung zur Verfügung zu haben.

Wir arbeiten bei einer 40-Stunden-Woche in unserem Leben mindestens 90.000 Stunden; wir sollten darauf achten, dass uns diese immense Zeit nicht auch noch den Rest verdirbt, weil wir ausgebrannt, müde oder gestresst sind…
Passt gut auf euch auf!

 

 

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