UX ist die Abkürzung vom englischen Ausdruck „User Experience“ und heißt somit Nutzererfahrungsdesign.

Oft wird es in Zusammenhang mit der Usability einer Webseite genannt und auch genauso oft damit vertauscht.  Aber was hat es nun wirklich damit auf sich und was wird dabei umgesetzt?

Im Gegensatz zur reinen Gebrauchstauglichkeit einer Seite („Usability“) kümmert sich das UX-Design um die Nutzererlebnisse in Bezug auf den Seitenbesuch und dessen Auswirkungen. Sind die Erwartungen des Besuchers erfüllt worden, hat ihn die Aufbereitung meines Themas unterhalten und – ganz wichtig – wird er wieder kommen?

Aber was heißt das in der Praxis?

Mal ein simples Beispiel…

Eine weiße Seite mit schwarzem Text ist gut zu lesen, lädt schnell und macht auch in Hinblick auf die Barrierefreiheit keine Mucken. Die Gebrauchstauglichkeit ist gegeben – der Text ist so aufbereitet, dass er problemlos von einer großen Zielgruppe konsumiert werden kann.

Aber schön ist das nicht und als Erlebnis behält es sich sicher kein Besucher in Erinnerung. Also muss ich die User der Seite viel stärker in ihrer Reaktion und Wahrnehmung triggern als es ein schnöder Text macht. Ich muss ihnen einen Mehrwert verschaffen und den Besuch der Seite weitaus spannender gestalten.

Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren. […] Dies umfasst alle Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, physiologischen und psychologischen Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, während und nach der Nutzung ergeben. 

(UX-Design Definition nach DIN ISO 9241-210)

Durch Bilder und Videos, den Einsatz von Farben und verschiedenen Typefaces (Schriftarten) bereite ich mein Thema emotional auf und versetze meine Leser in Stimmung. Zähe Inhalte brösel ich auf Kacheln auf, die nur auf Klick weitreichendere Infos bereithalten und meinen User nicht unnötig langweilen, überfordern oder stressen.

… naja, ihr seht schon, wohin es führt. Es ist die Psychologie des Webdesigns, negativ ausgedrückt ist es viel Manipulation, positiv nenne ich es Verführung. 😉

Eyetracking-Tests verraten sehr viel darüber, wie Seiten im Netz gelesen oder genutzt werden. Bei solchen Versuchen, werden die Blicke des Seitenbesuchers auf dem Bildschirm verfolgt. Wo bleibt der Blick hängen, was wird übersehen oder wie lange kann mein Text Interesse schüren bevor ein Bild oder eine Überschrift ablenkt? Dieses Wissen macht sich der/die UX-DesignerIn zu Nutze und gestaltet Webseiten möglichst so, dass sie uns Spaß machen und wir bereit sind länger zu bleiben, uns auf das Thema oder Angebot einlassen und dann vlt sogar zum Kunden oder Abonnenten werden.   

Nicht neu, nur anders

Es ist – in großen Teilen – ein altes Thema in neuen Schuhen. Aber… es ist verdammt wichtig heutzutage und im Webumfeld folgt die Wandlung eines Besuchers in einen Käufer oder Klienten anderen Regeln als im stationären Handel, im Printbereich oder am Telefon.

One thought on “Was ist eigentlich… UX-DESIGN?

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